Schulsozialarbeit konkret: Blick in den Alltag eines Schulsozialarbeiters

 

Ein typischer Alltag beginnt mit einem kurzen Gang durch das Schulhaus und einer damit verbundenen Begrüssung anwesender SchülerInnen und Lehrpersonen.

Im Laufe des Vormittages steht ein Beratungsgespräch an: Ein Schüler wird von KollegInnen geplagt und möchte sich so zur Wehr setzen können, dass ein gutes Auskommen möglich wird. Gemeinsam analysieren wir die Situation und suchen nach möglichen „Fallen“ im bisherigen Miteinander. Danach formuliert der Schüler konrete Ziele, aufgrund derer wir schliesslich das weitere Vorgehen planen. Wir vereinbaren, weitere drei Folgetreffen in wöchentlichen Abständen, um so die weitere Entwicklung verfolgen und planen zu können. Abschliessend besprechen wir, wer von uns andere Personen (Klassenlehrer, Freunde, …) worüber informieren soll, damit die Zielerreichung besser abgestützt wird.

Zwischenzeitlich ist die Zeit vorangeschritten und es läutet zur Vormittagspause. Wenig später stürmt eine Gruppe von SchülerInnen herein: „Hast du Zeit?“ so fragen die einen „Können wir zu Ihnen herein?“ die anderen. Den Jugendlichen steht es frei, ob sie den Schulsozialarbeiter „duzen“ oder „siezen“. Die Beziehungsaufnahme und der Beziehungserhalt stehen im Vordergrund, Äusserlichkeiten treten zurück. Manchmal kommen die SchülerInnen in der Pause ins Büro, weil es draussen zu warm oder zu kalt ist. Vielfach dient das unverbindliche Zusammenkommen aber auch dem Ansprechen von Fragen und Anliegen. Nicht selten folgt entsprechend ein Folgegespräch in geschütztem Rahmen.

5 Minuten vor Pausenschluss läutet die Glocke erstmals und ruft den SchülerInnen wie Lehrpersonen den Beginn der Unterrichtsstunde in Erinnerung. Der Schulsozialarbeiter nutzt diese Zeit für einen weiteren Gang durch das Schulhaus und spricht den einen oder die andere freundlich an. Im Lehrerzimmer folgt ein kurzer Austausch mit Anwesenden. Später im Büro reflektiert der Schulsozialarbeiter das Beratungsgespräch vom Vormittag und macht sich für ihn wichtige Notizen.

Diesen Nachmittag nimmt er am Hauswirtschaftsunterricht mit Jungs aus dritten Klassen teil. Von der Lehrerin hat er erfahren, dass vielfach eine Spannung im Unterricht herrscht und das Unterrichten in der gewünschten Form schwer möglich ist. Allein die ungewohnte Präsenz im Unterricht löst bei den Schülern Fragen und Unsicherheit aus. Im offenen Gespräch machen Lehrerin und Schulsozialarbeiter die Hintergründe transparent und sprechen die Schüler auf deren Befindlichkeit hier und jetzt an. In Nebenfächern wie Hauswirtschaft, Turnen, Religion usw. zeigen sich immer wieder Spannungen, welche ganz woanders entstanden sind. Beispielsweise in der Clique (Streit), in Hauptfächern (Stress, Frustration) oder auch in der Freizeitgestaltung. Sind diese bekannt, formulieren Schüler und Lehrerin ihre Wünsche für diese Lektion und die Umsetzung wird gemeinsam besprochen. Abschliessend nicht fehlen darf ein Blick auf die Lösung der Hintergrundskonflikte. Teils können die Schüler dies umsetzen, teils muss es aber auch durch die Lehrpersonen oder den Schulsozialarbeiter wahrgenommen werden.

Die Nachmittagspause nutzt der Schulsozialarbeiter für einen Gang über den Pausenplatz sowie Gespräche mit SchülerInnen wie Lehrpersonen. Die restliche Zeit dient heute der Planung eines Projektes mit dem Ziel der Gesundheitsförderung. Und vor dem Türschluss wird die heute geleistete Arbeitszeit erfasst und dient so als Steuerungsinstrument für das zu leistende.